Klimawandel und kein Ende

Umwelt

Der dicke Walter

Von der Bevölkerung unbemerkt ist wichtiges geschehen, in diesem Winter wurde zum ersten male die Schwelle von 400 ppm (parts per million) CO2 in der Atmosphäre überschritten (Spiegel Online Wissenschaft). Das wird sich für die meisten Menschen der deutschen Bevölkerung nicht besonders dramatisch anhören, leider. Allerdings bedeutet dies die Überschreitung einer bedeutsamen Grenze.

Zu Beginn der Industrialisierung lag der Anteil an CO2 bei 280 ppm in der Atmosphäre, also 280 Teilchen von 1 Million. Bis in die 1960er Jahre hinein war der jährliche Anstieg relativ moderat. Seit die Bevölkerung der Erde allerdings stark zugenommen hat und die Entwicklungsländer wie China, Brasilien und Indien zu starken Industrienationen mit großen Wachstumsraten wurden, hat sich das Bild verändert. Zurzeit nimmt die Konzentration an CO2 in der Atmosphäre jährlich um ca. 3 ppm zu, Tendenz weiter steigend.

Nun, eine Konzentration von 380 ppm, wie noch um die Jahrtausendwende und zu Zeit der Kyoto Verhandlungen, hatte schon eine Temperaturzunahme von 0,8° C im Durchschnitt zur Folge. Dies ist ein Durchschnittwert und hört sich nicht besorgniserregend an. Es bedeutet, die Zunahme ist unterschiedlich hoch. So ist sie wahrscheinlich auf dem Meer geringer als auf den Landmassen. Schon heute wurden Temperaturerhöhungen von bis zu 3° C in der Antarktis gemessen.

Diese geringe Erhöhung der Durchschnitttemperatur führt schon heute an Land zu extremen Klimakatastrophen, wie ein Zunahme und Verstärkung von Wirbelstürmen oder extreme Trockenheit z. B. in Russland oder im Zentrum von Nordamerika und Afrika. Mit diesen Veränderungen einhergehend sind verstärkt Probleme bei der Produktion von Getreide in der Landwirtschaft zu beobachten.

Es gibt nun Klimaforscher die sagen, eine Schwelle von 450 ppm dürfe man nicht überschreiten. Wenn wir den Temperaturanstieg auf 2° C beschränken wollen, sollten wir unbedingt versuchen den CO2 Anteil auf einen Wert von 350 ppm zu reduzieren.

Bei all den Zahlen fragt man sich natürlich zwangsläufig, warum ist die Erhöhung nicht schon weiter fortgeschritten? Man muss berücksichtigen, dass die Veränderungen mit einer Zeitverzögerung von ca. 30 - 40 Jahren zur Wirkung kommen, das Klima ist ein träges und komplexes System.

Bei den Berechnungen zum 2°C Klimamodell sind noch nicht einmal selbstverstärkende Ereignisse, wie das Auftauen der Permafröste oder das Abschmelzen des Methanhydrids auf dem Meeresboden berücksichtigt. Im Permafrost und am Meeresboden sind Milliarden Tonnen an Methan und CO2 gespeichert. Sollten diese Mengen in die Atmosphäre gelangen, dann Gnade uns Gott, da können wir mit unseren Möglichkeiten nicht mehr gegenansparen. Leider kann man diese Effekte im Kleinen schon z.B. in Sibirien beobachten.

Sollten wir allerding den Wert von 450 ppm übersteigen, wären die Auswirkungen Katastrophal. Eine Zunahme von 4 oder 5°C wären wahrscheinlich, mit allen negativen Auswirkungen auf Wasser, Landwirtschaft, abschmälzen der Pole usw.

Zur Info, der Temperaturunterschied von nur 5° C macht den Unterschied von der Eiszeit zu Gegenwart aus! Wir würden also auf eine extreme Heiß-Zeit zusteuern.

Wen das alles nicht interessiert und sagt, na gut, dann fahren wir eben ohne Holland zur WM, kann ich nur sagen, wenn die Meere steigen können unsere Flüsse, wie der Rhein, die Weser oder Elbe, nicht mehr einfach abfließen, das Wasser kommt uns entgegen. Am Niederrhein wird es sehr feucht werden. Die Stadt Bremen liegt schon heute praktisch auf Meereshöhe. Wenn die Deichanlagen nicht wären, ständen weite Teil der Stadt jeden Tag bei Flut unter Wasser.

Unverbesserliche werden sagen, dann ziehe ich in die Alpen zu meinen Verwandten. Aber auch hier wird man nicht sicher sein. Der Permafrost ist sozusagen der Kleber, der die Berge zusammen hält. Tauen die Alpen auf, werden sich die Berghänge verabschieden und in die Täler stürzen. Da wo heute noch der Bergbauer mühevoll seine schräg liegende Scholle beackert wird dann nur noch der nackte Fels zu sehen sein.

Der Berg ruft nicht mehr, er kommt!

Sollten sie also noch eine Welt bewahren wollen, ein Welt, so wie sie sie kennen, setzen sie sich für den Klimaschutz ein. Wenn sie ihren Kindern eine Zukunft geben möchten, investieren sie nicht nur in eine Ausbildungsversicherung, sondern bemühen sie sich CO2 , sprich Energie, zu sparen. Was nützt die beste Ausbildung und das schönste Diplom, wenn um uns herum die Welt an der Klimakatastrophe zusammenbricht.

Bleiben sie klima- und umweltfreundlich.

Rainer Walter, SPD Lembeck

 
 

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